Auf der Suche nach der Entstehung von der Gesundheit

Neues Zentrum für Salutogenese in Zürich
Das kürzlich eröffnete «Center of Salutogenesis» an der Universität Zürich unter der Leitung der Gesundheits- und Arbeitswissenschaftler Georg Bauer forscht zu den persönlichen und sozialen Ressourcen des Menschen, welche zu einem positiven Gesundheitsempfinden führen.
Weshalb bleibt der eine Mensch unter Stress gesund, während der andere, mit demselben Stress konfrontiert, krank wird? Der Ansatz der Salutogenese interessiert sich im Gegensatz zu ihrem Gegenstück, der klassischen Pathogenese, nicht auf den Ursprung der Krankheit, sondern fokussiert auf die Entstehung der Gesundheit.

Als zentralen Faktor hat der israelisch-amerikanische Medizinsoziologe Aaron Antonovsky (1923–1994) den «sense of coherence SOC» gefunden, dass zu Deutsch meist mit «Kohärenzgefühl» übersetzt wird. Dieses überpersönliche Urvertrauen besteht gemäss Antonovsky aus drei Komponenten:

1. Verstehbarkeit (comprehensibility)
2. Gefühl von Sinnhaftigkeit (meaningfulness)
3. Handhabbarkeit (manageability)

Womit wir unmissverständlich bei der gemeinschaftlichen Selbsthilfe landen: Die Motive Betroffener und Angehöriger einer Selbsthilfegruppemit beizutreten, stimmen mit diesen Kohärenzkriterien zweifelsfrei überein. So beabsichtigen Selbsthilfegruppen offensichtlich genau das, was in der Forschung als essentiell für eine gesunde Handhabe mit den lebensbedingten Herausforderungen nachgewiesen wird. Selbsthilfegruppen können sinngemäss als Kohärenzwerkstätten betrachtet werden.

Das «Center of Salutogenesis» trägt mit seinen Forschungen dazu bei, einer selbstbestimmten Gesundheitsförderung substanzhafte Grundlagen zu bieten, was die Stiftung Selbsthilfe Schweiz begrüsst und mit grossem Interesse weiterverfolgt.