Selbsthilfe hat grosses Potential für die Gesundheitspolitik

Vierte Table ronde zur Gemeinschaftlichen Selbsthilfe
Verschiedene Patienten- und Selbsthilfeorganisationen und Vertreterinnen von Behörden und Institutionen diskutierten Ende November 2016 in Bern über die Entwicklung der Gemeinschaftlichen Selbsthilfe in der Schweiz. Eine wichtige Rolle dabei spielt die Nationale Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (NCD-Strategie) des Bundes.
Selbsthilfegruppen sind eine wertvolle Ergänzung zu herkömmlichen Behandlungsformen. Darüber waren sich die Teilnehmenden des Table ronde einig. Der Austausch über den Umgang mit den Folgen der Krankheit im Alltag, geht in der medizinischen Behandlung noch oft unter. Der Vertreter der Schweiz. Adipositas-Stiftung betonte, dass der Langzeiterfolg einer Operation von der Lebensweise danach abhängt, bei der die Unterstützung in der Selbsthilfegruppe eine entscheidende Rolle spielen kann.

Wertvolle Partnerin in der Gesundheitspolitik

Den anwesenden Vertreterinnen und Vertreter von Organisationen wie Infodrog, Arbeitsgemeinschaft für Patienteninteressen (SAPI), Lungen- oder Krebsliga wurden Ergebnisse und Handlungsempfehlungen aus der nationalen Forschungsstudie zur gemeinschaftlichen Selbsthilfe präsentiert. Prof. Stremlow, Co-Autor der Studie, verwies auf das starke Wachstum der Selbsthilfegruppen in der Schweiz. Wobei aber, was der Vergleich mit Deutschland zeige, nach wie vor ein grosses Entwicklungspotential bestehe. Auch im Hinblick auf die Gesundheitsstrategie des Bundes (Gesundheit2020) sei die Selbsthilfe eine wertvolle Partnerin.

Prävention nicht übertragbarer Krankheiten

Eva Bruhin, die Leiterin der NCD-Strategie des Bundes, nahm diesen Ball auf. NCD ist die englische Abkürzung für nicht-übertragbare Krankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Atemwegerkrankungen und muskuloskelettale Erkrankungen. Diese machen 80% der gesamten Gesundheitskosten an. Die auf 2017-2024 festgelegte Strategie beinhaltet verschiedene Handlungsfelder. Unter anderem einen Bereich „Prävention in der Gesundheitsversorgung“, wo die Selbsthilfe eine wichtige Rolle einnehmen kann. Zum Beispiel bei der Entlastung von Angehörigen und der Zusammenarbeit mit Gesundheitsfachpersonen.