Erfahrungsbericht: Burnout

Burnout, die moderne Zivilisationskrankheit
Wir leben in einer rasanten Zeit ohne Zeit. Das Leben gleicht einem Rennen durch die Zeit. Wir funktionieren nur noch an unseren Arbeitsplätzen und bangen zugleich darum. Sowohl Über- wie Unterforderung bedrohen unsere Gesundheit, unser Ganz-und Heil sein. Immer mehr Menschen werden krank anstelle glücklich, sind ausgebrannt, allein und verlassen. Nach einem Zusammenbruch bekommt man dann genügend Zeit, um über das Leben nachzudenken und auf Fragen Antworten zu suchen: Wer bin ich? Was ist der Sinn meines Lebens? Warum und wie kam es zu diesem Zusammenbruch? Was bedeutet er für mein Leben? In einer Burnout-Klinik, irgendwann zwischen Psychotherapie, Qi Gong, Maltherapie und Wassergymnastik wird einem bewusst, dass das Burnout auch eine grosse Chance in sich trägt. Man beginnt es als eine Herausforderung und Chance zu betrachten, und erkennt: Nur ein Umdenken führt aus der Krise hinaus, denn
„man kann ein Problem nicht mit den gleichen Denkstrukturen lösen, die zu seiner Entstehung beigetragen haben.“ (A. Einstein).

In der Selbsthilfegruppe denken wir gemeinsam um

Unser Hintergrund ist derselbe. Das gleiche Schicksal zu teilen verbindet und entlastet. Wir fühlen uns verstanden und angenommen und damit besser und kräftiger. Die erlebte Empathie, Solidarität und Akzeptanz, das Weitergeben bewährter Bewältigungsstrategien und Methoden, die zusammen erlebte Freude über jeden Schritt in Richtung Genesung, die geteilte Freude über jedes Weiterkommen und die damit verbundene Persönlichkeitsent-wicklung setzen enorme Kräfte frei. Wir fühlen uns wieder verbunden und können in der Gruppe mit Begeisterung wachsen. Wir begegnen einander wohlwollend, ohne Vorurteile, ohne Druck, ohne Angst, einladend, ermutigend, inspirierend, mit Zuversicht und Vertrauen. Wir erleben Verbundenheit und Zugehörigkeit und doch sind die einzelnen Teilnehmenden selbständig und selbstverantwortlich. Unsere Türe ist auch für neue Teilnehmende offen, die so wie wir Burnout als eine Herausforderung, eine Chance und einen Prozess der Persönlich-keitsentwicklung betrachten. Denn wir kommen aus der Burnout Krise nur heraus, wenn in uns ein Umdenken stattfindet. Wenn wir nicht mehr „ausser uns sind“ sondern „in uns ruhen“, wenn wir aus der tiefsten Verzweiflung zu Einsicht finden, wenn wir uns unserem Selbst bewusst werden und die Verantwortung über unser Wohlsein und unser Leben in die eigene Hände nehmen. Weil:
„Krankheiten und Befindlichkeitsstörungen sind nicht sinnlos, sondern haben ihren Sinn darin, die Einheit der Persönlichkeit wiederherzustellen bzw. sie weiterzuentwickeln.“ (Nossrat Peseschkian)

Wir möchten aufklären, Kraft geben, unsere Erfahrungen, Erkenntnisse weitergeben und ermuntern. Wie wir sein werden und wo wir weiter machen werden nach diesem Prozess ist ungewiss und sehr individuell. Gewiss ist und das bestätigt auch unsere „Lern-Gruppe“:
„Du kannst nur lernen, dass du das, was du suchst, schon selber bist. Alles Lernen ist das Erinnern an etwas, das längst da ist und nur auf Entdeckung wartet.“ (Sokrates)