«Der Patient steht im Zentrum, und dort steht er im Weg!»

Therese Stutz Steiger im Interview mit der Schweizerischen Ärztezeitung
Therese Stutz Steiger ist beides: Patientin und Ärztin. Sie ist von Osteogenesis Imperfecta betroffen, im Volksmund unter der Bezeichnung 'Glasknochen' geläufig. Als Co-Präsidentin der Schweizerischen Vereinigung Osteogenesis Imperfecta (SVOI) setzt sie sich dafür ein, den Dialog zwischen Fachleuten und Betroffenen zu verbessern.
Die Schweizerische Vereinigung Osteogenesis Imperfecta (SVOI) unterstützt Menschen mit Glaskochen in allen Lebenslagen. Neben der Bereitstellung relevanter Informationen ist der SVOI auch die Vernetzung mit Gleichbetroffenen sowie Spezialisten sehr wichtig. Therese Stutz Steiger erklärt, der Austausch sei gerade deshalb so entscheidend, da die wenigsten Ärzte Spezialisten auf dem Gebiet sind.

Daher organisiert die SVOI ein OI-Symposium, das am 8. Juni auf dem Twannberg stattfinden wird. Die Veranstaltung soll eine Plattform für den Erfahrungsaustausch zwischen Betroffenen, Medizinnerinnen, Physiotherapeuten und Gesundheitsfachpersonen dienen.

In ihrer Doppelrolle als Patientin und Ärztin zugleich ist es Therese Stutz Steiger ein Anliegen, "den Dialog zwischen Fachleuten und Betroffenen zu fördern." Die Verbesserung des Austausches kann nur gelingen, wenn Ärzte es schaffen, das Erfahrungswissen der Patienten als Ergänzung ihres Fachwissens zu begreifen. Dazu braucht es gute Kommunikationsfähigkeiten. "Ärzte müssen fähig sein, sich vom Fachjargon zu lösen und trotzdem die Patientinnen für voll zu nehmen."

Frau Stutz Steiger plädiert dafür, den Stimmen der Patienten und ihrer Organisationen mehr Gehör zu leihen. "Die Ärzte sollten lernen, die Patientinnen für sich selber sprechen zu lassen."

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