Prädikat «selbsthilfefreundlich»

Enstanden aus Recovery-Programmen und Peer-Begleitung
Das Sanatorium Kilchberg erhält, auch dank seiner langjährigen Recovery-Orientierung, als erste psychiatrische Klinik in der Schweiz die Auszeichnung «selbsthilfefreundlich»
Enstanden aus Recovery-Programmen und Peer-Begleitung

Was in unseren Nachbarländern bereits selbstverständlich ist, wird nun auch in der Schweiz verstärkt: die Zusammenarbeit von Selbsthilfezentren, Betroffenen, Angehörigen und Gesundheitsinstitutionen. Seit 2017 arbeiten Selbsthilfe Schweiz und mehrere Selbsthilfezentren am systematischen Aufbau von Kooperationen mit Gesundheitsinstitutionen. Das Sanatorium Kilchberg übernimmt dabei unter den psychiatrischen Kliniken eine Vorreiterrolle. Das 2017 neu lancierte Projekt «Selbsthilfefreundliche Gesundheitsinstitutionen» stiess in der Klinik auf grosses Interesse. Ursprünglich noch ohne das Ziel der Auszeichnung, sondern gewachsen aus der Tradition, Patientinnen und Patienten als Behandlungsbestandteil Recovery-Programme und Peer-Begleitungen zu bieten. Im Fachbereich der Psychiatrie steht der Begriff «Recovery» für einen persönlichen Entwicklungsprozess, der zu Hoffnung, mehr Autonomie und grösserer Teilhabe am gesellschaftlichen Leben führen soll. Das Sanatorium Kilchberg hat sich frühzeitig den Leitgedanken der Recovery-Bewegung zu Eigen gemacht und seine Recovery-Orientierung dahingehend verstärkt. Regelmässige Projekteunter Einbezug von Betroffenen und Weiterbildungen sollen Recovery im Alltag stärker verankern und erfahrbar machen. Peers sind Fachpersonen, die neben der entsprechenden Ausbildung auch über eigene Erfahrungen mit psychischen Erschütterungenverfügen. Das befähigt sie, im partnerschaftlichen Dialog mit den Patienten neue Perspektiven auszuloten. Peerswissen aus eigener Anschauung, wie wichtig es auch in scheinbar ausweglosen Situationen ist, Zuversicht und Optimismus zu bewahren.

Das anfängliche Interesse am Projekt «Selbsthilfefreundliche Gesundheitsinstitution» wurde im Januar 2018 mit der Unterzeichnung eine rKooperationsvereinbarung mitsamt auf Qualitätskriterien abgestimmten Massnahmen in eine verbindliche Zusammenarbeit umgewandelt. Kernelement des Projekts istjeweils das «Kooperationsdreieck» - die Zusammenarbeit von Vertreterinnen und Vertretern des Selbsthilfezentrums, von Selbsthilfegruppen und Gesundheitsinstitutionen. Die Massnahmen zur Selbsthilfefreundlichkeit werden dabei in einer Resonanzgruppe bestehend aus Mitgliedern von themenrelevanten Selbsthilfegruppen mitgeplant und fortlaufend evaluiert; es werden alsoauch Optimierungen aus Sicht von Betroffenen und Angehörigen angeregt und aufgenommen.

Ein wertvoller Bestandteil der Nachsorge nach dem Klinikaustritt

Auf Patientenseite geht es darum, die gemeinschaftliche Selbsthilfe erlebbar zu machen. Die Methodik der Selbsthilfe entspricht den Zielen der Selbstmanagement-Förderung. Dem Sanatorium Kilchberg dient die Selbsthilfe also nicht nur als ergänzendes Angebot, sondern vor allem auch zur Stärkung der Patientenorientierung: Klinikinterne Gruppenangebote und die Möglichkeit, während des stationären Aufenthalts bereits externe Gruppentreffen zu besuchen, erhöhen die Chance, dass die Unterstützung in einer Gruppe Gleichbetroffener auch nach dem Austritt gesucht wird. So können Selbsthilfegruppen zu einem Bestandteil des Behandlungspfades werden. Selbsthilfegruppen sind also ein wertvoller Bestandteil der Nachsorge nach dem Klinikaustritt. Das Projekt «Selbsthilfefreundliche Gesundheitsinstitution» dient dabei als Unterstützung bei der Information von Patientinnen und Patienten sowie Angehörigen über die gemeinschaftliche Selbsthilfe. Für das Sanatorium Kilchberg ein Grund zur Freude, aber kein Grund auszuruhen, sondern Motivation für alle Beteiligten die Selbsthilfefreundlichkeit zum Wohle der Patientinnen und Patienten und deren Angehörigen weiterzuentwickeln

Mehr Informationen zum Projekt und zur Klinik finden Sie unter: www.selbsthilfefreundlichkeit.ch
www.sanatorium-kilchberg.ch