Förderung der gemeinschaftlichen Selbsthilfe in der Migrationsbevölkerung

Selbsthilfe Schweiz und die beteiligten Selbsthifezentren haben vier Massnahmen definiert, die bis 2019 umgesetzt wurden.
Die Ergebnisse der aktuellsten Studie zur Selbsthilfe zeigen, dass bestimmte Gruppen von Personen weniger von den Angeboten der Selbsthilfe profitieren als andere. Dies betrifft ganz allgemein jüngere Menschen, Männer, Personen mit einem Migrationshintergrund und Menschen mit tiefem Bildungsstand. Es empfehlen sich daher Strategien und Bemühungen für eine breitere Beteiligung dieser Betroffenen. Eine Möglichkeit wäre, die Selbsthilfeförderung besser auf diese Zielgruppe auszurichten. So könnten die Selbsthilfezentren sich bemühen, Selbsthilfegruppen zu bestimmten Themen (wie Sucht, Alter, Diskriminierung) besonders bei MigrantInnen bekannt zu machen.

Um die Situation der Migrationsbevölkerung noch genauer zu analysieren und eine Situationsanalyse zu erstellen, wurden zusätzlich zur nationalen Studie bereits existierende Untersuchungen von Projekten im Sozial- und Gesundheitswesen mit Bezug zur Migrationsbevölkerung untersucht. Zusätzlich haben die vier am Projekt beteiligten Selbsthilfezentren (Thurgau, Biel, Jura, Winterthur), 21 strukturierte Interviews mit Akteuren aus dem Migrationsbereich durchgeführt. Auf Basis dieser Informationen hat die Arbeitsgruppe ein nationales Konzept zur Umsetzung erarbeitet. Diese bestand aus vier Hauptmassnahmen.

Massnahme 1
: Mehrsprachiges Informationsmaterial für Betroffene und Angehörige.
-> Ein 14-sprachige Informationsflyer kann seit Mai 2018 bei Selbsthilfe Schweiz und den regionalen Selbsthilfezentren bezogen werden.

Massnahme 2: Sensibilisierung bei Akteuren im Gesundheits- und Sozialwesen mit Bezug zur Migrationsbevölkerung.
-> Ein gross angelegter Versand eines Informationsbriefes zusammen mit dem mehrsprachigen Flyer wurde von Selbsthilfe Schweiz an Fachpersonen aus dem Gesundheits- und Sozialbereich im Bezug zur Migration im April 2018 umgesetzt.

Massnahme 3: Sensibilisierung in Migrantenkreisen durch die Stärkung der regionalen Vernetzung.
-> Im Verlauf von 2018 wurden zahlreichen regionale Vernetzungsmassnahmen in die Praxis umgesetzt: Kontaktaufnahmen, Austauschrunden und Gespräche mit Vereinen oder Organisationen, die einen Bezug zur Migration haben, es wurde fortlaufend Informationsmaterial ausgelegt sowie Fachreferate abgehalten.

Massnahme 4: Integration der Zielgruppe «MigrantInnen» in allen anderen Projekten von Selbsthilfe Schweiz (Selbsthilfefreundliche Gesundheitsinstitutionen, Tag der Selbsthilfe, Nationale Selbsthilfe-Tagung 2018).

Des Weiteren wurde eine interne Empfehlung für die Verbesserung des Zugangs zur gemeinschaftlichen Selbsthilfe für Menschen mit Migrationshintergrund mit einer Dokumentation „BestPractice-Beispiele“ ausgearbeitet.


Ausblick 2020
Infolge der intensiven Vernetzungstätigkeiten seitens Selbsthilfe Schweiz und den regionalen Selbsthilfezentren, wurde insbesondere der Kontakt mit Femmes-Tische/Männer-Tische Schweiz zentral in der Weiterführung des Projektes Selbsthilfe und Migration. Zurzeit wird ein Modul zu Gesundheitskompetenz im Bereich psychische Gesundheit mit Fokus auf die gemeinschaftliche Selbsthilfe erarbeitet.



Kontakt


Selbsthilfe Schweiz
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Projektleiterin: Bettina Haefeli