Geschichte


Die Anfänge
Den Grundstein wurde in 1981 Basel gelegt. Vreni Vogelsanger baute mit dem "Hinterhuus" das erste und einige Zeit einzige Selbsthilfezentrum in der Schweiz auf, die sich ausschliesslich der Förderung von Selbsthilfegruppen verschrieb. Nach und nach entstanden andere Selbsthilfezentren. Die Selbsthilfebewegung war anfangs sehr auf das Engagement und den Enthusiasmus Einzelner angewiesen. Das Geld fehlte an allen Ecken und Enden.

Die Grundlagen zur Gründung einer nationalen Dachorganisation in der Schweiz wurden dann 1993 geschaffen. Der Motor dieses Engagements war wiederum vor allem Vreni Vogelsanger. Sie war die Erste, die die Selbsthilfebewegung in der Schweiz gesamthaft betrachtete und analysierte sowie Strategien für öffentliche Gelder entwickelte.

KOSCH wird zum Dach der Schweizer Selbsthilfebewegung
Ein bürokratisches Hindernis beschleunigte die Entwicklung: um gegenüber dem Bundesamt für Gesundheit als Organisation auftreten zu können, wurde 1996 die Arbeitsgemeinschaft KOSCH gegründet, der alle regionalen Selbsthilfezentren beitraten. KOSCH stand für „Koordination und Förderung von Selbsthilfegruppen in der Schweiz“. Nach einigen Auf und Abs in den folgenden Jahren konnte schliesslich 2000 der entscheidende Schritt zu einer Geschäftsstelle vollzogen werden.

Als erste Arbeitsschwerpunkte wurden die Errichtung eines nationalen Auskunftsdienstes, die Vernetzung von Betroffenen seltener Krankheiten, die Pflege von Listen und Verzeichnissen der schweizerischen Selbsthilfegruppen sowie überregionaler Fachaustausch und Fortbildungen definiert.

Ausserdem wurde die Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sozialversicherung (BSV) gesucht. Seit 2001 besteht ein Leistungsvertrag mit dem BSV, der für die Selbsthilfezentren die lange ersehnte öffentliche Anerkennung bedeutete und so bei anderen öffentlichen Geldgebern eine Sogwirkung auslöste.

KOSCH zeigt Wirkung
Eine von der Stiftung veranlasste Studie zeigte den Stand der Selbsthilfe und Selbsthilfeförderung in der Schweiz auf und skizzierte die Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Das Engagement der Stiftung KOSCH und der regionalen Zentren wirkte sich auf die Zahl der Selbsthilfegruppen in der Schweiz positiv aus. Wurden 2004 noch 24 Selbsthilfegruppen pro 100'000 Einwohner gezählt, so waren es 2008 schon 32. Darüber hinaus standen durch die Studie erstmals Zahlen und konkrete Empfehlungen zur Verfügung.

Der Ausbau und die Professionalisierung der Selbsthilfezentren sowie die gemeinsam mit den Zentren entwickelten Qualitätsstandards können als die grössten Verdienste der ersten zehn Jahre von KOSCH angesehen werden. Das 10jährige Jubiläum, das 2010 gefeiert werden sollte, geriet allerdings beinahe zur Bruchlandung von KOSCH: ein drastischer Spendeneinbruch erzwang weitreichende Sparmassnahmen. Die jahrelang extrem hohe Arbeitsbelastung trotz Teilzeitpensums führte zudem zu gesundheitlichen Problemen bei der langjährigen Leiterin und Pionierin Vreni Vogelsanger. Ein Neustart wurde notwendig.

Neustart mit neuem Namen: Aus KOSCH wird Selbsthilfe Schweiz
Mit neuem Namen und vielen neuen Gesichtern richtet sich die mittlerweile in «Selbsthilfe Schweiz» umbenannte Stiftung neu aus. Der neu formierte Stiftungsrat und die neue Geschäftsleitung streben eine bessere Positionierung der Selbsthilfe im Gesundheits- und Sozialbereich an. Zudem wird das Augenmerk auf eine bessere Vernetzung der Gemeinschaftlichen Selbsthilfe innerhalb der Schweiz gerichtet. Auch der Ausbau der Öffentlichkeitsarbeit ist ein grosses Anliegen des neuen Teams. Im Businessplan der Selbsthilfe Schweiz sind für den Zeitraum von 2012 bis 2015 drei strategische Schwerpunkte festgehalten worden:

  • Konsolidierung und Stärkung der Geschäftsstelle Selbsthilfe Schweiz
  • Auf- und Ausbau einer synergienutzenden Zusammenarbeit mit gesundheitspolitischen Playern
  • Anerkennung der Bedeutung der Selbsthilfe und die Förderung von Selbsthilfegruppen über das Medium Internet


Die Weiterentwicklung von Selbsthilfe Schweiz
Für die Jahre 2016 bis 2020 stehen fünf strategische Schwerpunkte mit konkreten Zielen und Handlungsfeldern an. Nachfolgend die fünf Schwerpunkte:

  • Partnerschaften und Kooperationen
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Politische und rechtliche Verankerung
  • Weiterentwicklung der Selbsthilfebewegung Schweiz
  • Stabilisierung der Selbsthilfe Schweiz