Schwierige Lebenslagen und soziale Themen

Erfahrungsberichte von Teilnehmerinnen und Teilnehmern

"In der Selbsthilfegruppe finde ich Menschen, die das Gleiche erlebt haben."

Edit (64) Eltern nach Suizid

Edit ist seit fünf Jahren bei der Selbsthilfegruppe „Regenbogen“ für Menschen, die ein Kind verloren haben. Am Tag des Suizids ihres Sohnes brach für Edit die Welt zusammen.

Im Internet suchte sie nach Antworten und Menschen, die das Gleiche erlebt haben. Als sie beim „Regenbogen“ anrief, hatte sie sofort das Gefühl, dass hier ist etwas Gemeinsames vorhanden war. Sie fand in der Selbsthilfegruppe viel Verständnis, auch ohne grosse Worte.

„Ich sah wieder eine Perspektive, weil ich Menschen traf, die wieder ins Leben zurückgefunden haben.“

"Ich dachte, das sind alles komische Leute."

Vincenzo (44) Narcotics Anonymous

Vincenzo ist polytoxoman und hat über 20 Jahre Betäubungsmittel konsumiert. Er hat vor ein paar Jahren nach langem Zögern einen Entzug gemacht.

Als er in die Selbsthilfegruppe kam, dachte er: "Das sind alles bekloppte Leute."  Aber dann fand er sich wieder in dem, was sie erzählt haben.

„Ich bin dankbar, dass ich  die Gruppe Narcotics Anonymus gefunden habe. Ich kann meinen Frust, meine Freude und meine Ängste teilen. Dass ich Leute habe, die mich verstehen und denen ich wichtig bin, gibt mir Zuversicht.“

"Das Wohlergehen stand immer im Vordergrund."

Irma (43) Betroffene sexueller Gewalt

Irma wurde bereits als kleines Kind sexuell missbraucht. Sie hat es lange verdrängt, erst mit ungefähr 30 wurde sie wieder mit der Vergangenheit konfrontiert.

Im Fernsehen wurde sie auf die Selbsthilfe aufmerksam. Sie fühlte sich in ihrer Selbsthilfegruppe sofort sehr gut aufgehoben, denn es war nicht nur schwer, sondern man konnte auch lachen.

„Das Wohlergehen stand immer im Vordergrund. In einer Selbsthilfegruppe kommt man so tief an die eigenen Gefühle ran, dass es heilsam ist.“

Freude und meine Ängste teilen. Dass ich Leute habe, die mich verstehen und denen ich wichtig bin, gibt mir Zuversicht.“

"Das sind Leute, die einen verstehen und aus ihren Erfahrungen kann man lernen."

Felix (60) Anonyme Alkoholiker

Felix stiess aus einer Suchtproblematik auf eine Selbsthilfegruppe. Er hatte heftige Vorurteile und sah darin eine Art Sekte oder Gesundbeter.

Aber die Selbsthilfegruppe gab ihm Geborgenheit. Er musste nichts vorgaukeln, sondern konnte offen reden.

„An den Treffen fühle ich mich wohl und mit meiner Krankheit getragen. Das sind Leute, die einen verstehen und aus ihren Erfahrungen kann man lernen."